Bilder, die sich nicht aufdrängen, sondern eher zum Nachdenken, auch zum Schmunzeln anregen; denn mit dem Titel wird oft eine inhaltliche Aussage angeboten  - z. B. Bilder wie ‚Aber bitte mit Sahne’ oder ‚Auf verschlungenen Pfaden’

Sein - Schein - Wirklichkeit

Im 20. Jahrhundert  wird die Frage nach dem Sehen an sich, der Wahrnehmung, für viele Künstler immer wichtiger.
Ist das, was wir sehen, die Wirklichkeit oder gibt es viele Realitäten und wie kann ich mich künstlerisch damit auseinandersetzen. Wie kann ich einerseits Wahrnehmung in Frage stellen und andererseits das Interesse neu entfachen, die Augen wieder öffnen.

So bedienen sich die sog. Surrealisten wie Dali und Magritte altmeisterlicher Maltechnik, exakter Darstellung, verbinden die Inhalte aber nicht wie gewohnt, sondern neu. Das führt dann zu dem berühmten Verfremdungseffekt.

Während seiner kubistischen Phase zerlegt Picasso bekannte Inhalte in kleinere Teile, Kuben, und erfährt auf diese Weise Wahrnehmungsschocks.

Eine weitere revolutionäre Art der Bildgestaltung geht ebenfalls auf Picasso sowie Georges Braque zurück. Sie fügen reale Teile in ein Bild ein und bringen so den Betrachter zum Staunen: die Geburtsstunde der Collage.

Bei einer Verweissung ist Ausgangspunkt ebenfalls eine Collage. Vorgefundene Teile bilden zunächst die Grundlage auf der Leinwand: ein Tuch, Schnüre, Rinde, Masken oder was immer der Künstler aus seinem Gesammelten bereithält. Diese werden dann ganz oder teilweise mit weißer Farbe überzogen. Bei diesem Prozess wird dem Zufall bewusst Raum gegeben, der Künstler wählt aus, assoziiert, fixiert.

Durch die Verweissung wird die Stofflichkeit weitgehend aufgehoben und neue Verbindungen ergeben neue Inhalte  -  es entsteht ein neues Bildganzes. Die Farbe Weiss transzendiert, wir sehen hinter das Bild, metamäßig. Oder um mit Herbert Zangs, dem Begründer und Wortschöpfer der Verweissungen, zu sprechen:

”Durch das Verweissen entsteht Transparenz”